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Elisabeth Gössmann   Elisabeth Moltmann-Wendel    Herlinde Pissarek-Hudelist    Helen Schüngel-Straumann  


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Elisabeth Gössmann

Tokyo / München

Geboren am 21.6.1928 in Osnabrück.
Nach dem Staatsexamen in Theologie, Philosophie und Germanistik (1952 in Münster) und der Promotion in Katholischer Theologie (1954 in München) arbeitete sie jahrzehntelang in Japan, zuerst als Dozentin für deutsche Literatur des Mittelalters an der Sophia- und für „Christian Philosophy“ an der Seishin- (Frauen-) Universität in Tokyo.
1963 reichte sie in München eine Habilitationsschrift bei der Katholisch-Theologischen Fakultät ein, was folgenlos blieb, da das Verfahren wegen Einspruchs der deutschen Bischöfe abgebrochen werden musste.
1978 habilitierte sie sich in Philosophie an der Universität München. Ihre Bewerbungen an deutschen Universitäten (37) wurden alle abschlägig beschieden.
Seit 1968 hielt sie als Kyoju (full professor) an der Seishin-Universität auch theologische Vorlesungen und Veranstaltungen zur Frauenforschung in japanischer Sprache.
1985 erhielt sie den Dr. theol. h.c. von der Universität Graz. Seit 1986 wurde sie zu Lehraufträgen an Universitäten der Bundesrepublik, Österreichs und der Schweiz gebeten.
Gegenwärtig hat sie in Tokyo eine Ehrenprofessur und in München eine ausserplanmässige Professur für Philosophie des Mittelalters (ohne Anstellungsverhältnis) inne.
1994 erhielt sie von der Universität Frankfurt den Dr. phil. h.c., 1997 den Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche.
2003 Dr. theol. h.c. an den Universitäten Bamberg und Luzern

Buchbestände: Archiv für philosophie- und theologiegeschichtliche Frauenforschung; Zahlreiche Kopien von seltenen Veröffentlichungen aus der Frühen Neuzeit; Editionen von Mystikerinnen; Mittelalterliche Theologen und Theologinnen; eigene Schriften zur Feministischen Theologie; Hildegard von Bingen Forschung; englischsprachige und deutschsprachige feministische Theologie seit den frühen sechziger Jahren

Eigene Veröffentlichungen in Auswahl:
- Die Verkündigung an Maria im dogmatischen Verständnis des Mittelalters, München 1957.
- Metaphysik und Heilsgeschichte. Eine theologische Untersuchung der Summa Halensis, München 1964.
- Religiöse Herkunft, profane Zukunft? Das Christentum in Japan, München 1965.
- Glaube und Gotteserkenntnis im Mittelalter, Freiburg 1971.
- Antiqui und Moderni im Mittelalter. Eine geschichtliche Standortbestimmung, München 1974.
- Die streitbaren Schwester. Was will die Feministische Theologie?, Freiburg 1981.
- Archiv für philosophie- und theologiegeschichtliche Frauenforschung, Bd. 1-7 und Sonderband über Hildegard   von Bingen. Editionen mit eigenen Beiträgen (wird fortgesetzt).
- Geburtsfehler: weiblich. Lebenserinnerungen einer katholischen Theologin, München 2003.
- Mitherausgeberin des Wörterbuches der Feministischen Theologie, Gütersloh 1991, 2. Aufl. 2002.

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Elisabeth Moltmann-Wendel

Tübingen

Geboren 1926 in Herne.
Aufgewachsen in Potsdam. Geprägt durch märkische Natur, preussische Kultur und die Bekennende Kirche, der ihre Familie angehörte.
Nach dem Krieg studierte sie in Berlin und Göttingen evangelische Theologie. Besonderes Interesse an gesellschaftskritischer reformatorischer Theologie, wie sie von H.J. Iwand, E. Wolf und O. Weber vertreten wurde.
1951 Promotion über den Kirchen- und Theologiebegriff des niederländischen Theologen Hermann Friedrich Kohlbrügge.
1952 Heirat mit Jürgen Moltmann. Durch den Ehestand Verlust aller weiteren kirchlichen Ausbildungsrechte.
Zwischen 1955 und 1963 Geburt von vier Töchtern.
Publizistische Tätigkeit, seit USA-Reisen ab 1972 vor allem im Bereich Frau – Theologie – Feminismus – Feministische Theologie.
Vortrags-, Lehr- und Forschungstätigkeit im In- und Ausland.
Freie Mitarbeiterin in der Evangelischen Akademie Tutzing.
Mitarbeit bei Evangelischen Kirchentagen.
Theologische Beraterin im Vorstand der Frauenarbeit der Württembergischen Landeskirche.
1992 Johanna-Löwenherz-Preis.
1997 Herbert-Haag-Preis für Freiheit in der Kirche.

Wichtigste Beiträge zur Feministischen Theologie:
Studien zu „Frauen um Jesus“, Rechtfertigungslehre, Abendmahl, Leiblichkeit, Freundschaft, Taufe.

Buchbestände: Systematische und praktische Feministische Theologie (deutsch- und englischsprachig). Frauengeschichte/Biographien. Zeitschriften, Bilder, unveröffentlichte Manuskripte.

Auswahl eigener Veröffentlichungen:
- Frauenbefreiung - Biblische und theologische Argumente, München 1976.
- Ein eigener Mensch werden. Frauen um Jesus, Gütersloh 1980.
- Das Land, wo Milch und Honig fließt, Gütersloh 1985.
- Wenn Gott und Körper sich begegnen, Gütersloh 1989.
- Als Frau und Mann von Gott reden (zusammen mit Jürgen Moltmann), München 1991.
- Mein Körper bin Ich, Gütersloh 1994.
- Wer die Erde nicht berührt, kann den Himmel nicht erreichen. Autobiografie, Zürich 1997.
- Wach auf, meine Freundin. Die Wiederkehr der Gottesfreundschaft, Stuttgart 2000.
- Mitherausgeberin des Wörterbuchs der Feministischen Theologie, Gütersloh 1991, 2.Auflage 2002.

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Herlinde Pissarek-Hudelist

Innsbruck
1932-1994

„Als ich, Jahrgang 1932, im Herbst 1950 mein Theologiestudium an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck begann, traf ich damit mehrfach ins Schwarze: Ich wählte ein Fachgebiet, das mich seither pausenlos in Atem hält und bis zum Lehrstuhl für Katechetik und Religionspädagogik geleitet hat; ich fand ausgezeichnete Lehrer, unter denen das Dreigestirn Prof. Josef Andreas Jungmann SJ, Prof. Hugo und Karl Rahner SJ nochmals hervorragte; und ich verbrachte die folgenden Jahre als ‘bunte Blume zwischen schwarzen Talaren‘, wie sich ein Zeitungsmann poetisch ausdrückte, als er ein Interview mit mir mit einer Schlagzeile versah. Zugleich unterrichtete ich ab 1951 an einer Mädchen-Hauptschule Religion, so dass ich von Anfang an heilsam gezwungen war, meine theologischen Höhenflüge auf ihre Vermittelbarkeit in die Praxis hinein zu erproben und dabei zu merken, ob ich selbst das Wesentliche verstanden hatte – bekanntlich der Prüfstein aller pädagogischen ‘Elementarisierung‘. Bei Hugo Rahner schrieb ich meine dogmengeschichtliche Doktorarbeit und wurde im Juni 1960 als erste Frau zum Doctor theologiae an unserer Theologischen Fakultät promoviert. Wenige Tage später begann ich meine Arbeit als Universitätsassistentin bei Prof. Karl Rahner am Institut für Dogmatik, die in die bewegte Zeit des beginnenden Konzils bis zu seinem Weggang nach München fiel. Danach wanderte ich arbeitend durch das Pastoraltheologische, Moraltheologische und Liturgiewissenschaftliche Institut – eine hervorragende wissenschaftliche Grundlage für meine heutige Tätigkeit, wie ich rückschauend bemerken muss. Schliesslich widmete ich mich fünf Jahre lang der freien Mitarbeit an unserer ‘Zeitschrift für Katholische Theologie‘. Inzwischen hatte ich nämlich geheiratet und drei Kinder bekommen. So hatte ich Gelegenheit, neben meinen Familienpflichten wissenschaftlich auf dem laufenden zu bleiben und Artikel und Rezensionen zu verfassen.
Die Mitarbeit an der Tiroler Synode 1971/72, einschliesslich einer umfangreichen Vortragstätigkeit, brachte mir Erfahrungen an der besonders in Tirol sehr vielgestaltigen Basis im Bereich der Gemeindekatechese, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung – hier besonders zum Problemkreis ‘Frauen in der Kirche heute‘.
1978 wurde ich seitens der Theologischen Fakultät um die Übernahme von Schulpraktischen Übungen gebeten. 1981 wurde ich als Vertragslehrerin im ‘Hochschuldienst‘ sozusagen fixe ‘Bezugsperson‘ mit leitender Funktion für den Arbeitsbereich Katechetik und Religionspädagogik.
Seit 1. Jänner 1984 bin ich ordentliche Professorin am neuen Lehrstuhl für Katechetik und Religionspädagogik, seit 2.2.1984 Vorstand des neugegründeten Instituts für Katechetik und Religionspädagogik. Was bedeutete, dass ich das Fach nun auch mit dem nötigen institutionellen Rückhalt vertreten kann. 1988 wurde ich zur Dekanin der Theologischen Fakultät Innsbruck für die Studienjahre 1989/90 und 1990/91 gewählt, 1990 wiedergewählt für die Studienjahre 1991/92 und 1992/93.
Seit 1959 bin ich mit dem Psychologen Dr. Theodor Pissarek verheiratet. Wir haben vier Kinder zwischen 17 und 29 Jahren.

Meine wissenschaftlichen Veröffentlichungen umfassen den Bereich Dogmatik, Katechetik, Religionspädagogik und Feministische Theologie.
Einige Beispiele:
- Das ordentliche Lehramt als kollegialer Akt des Bischofskollegiums, in: Herbert Vorgrimler/Walter Kern   (Hgg.), Gott in der Welt. Festgabe für Karl Rahner zum 60. Geburtstag, Bd. II, Freiburg 1964, 166-185.
- Die Bedeutung der Sakramententheologie Karl Rahners für die Diskussion
  um das Priestertum der Frau, in: Herbert Vorgrimler (Hg.), Wagnis Theologie. Erfahrungen mit der Theologie   Karl Rahners, Freiburg 1979, 417-434.
- Die Gottesfrage im Religionsunterricht heutiger Jugendlicher, Zeitschrift für
  Katholische Theologie 102 (1980) 314-332.
- Universaler Heilsoptimismus – Denkanstoss für den Religionsunterricht?, in:
  Elmar Klinger/Klaus Wittstadt, Glaube im Prozess. Für Karl Rahner, Freiburg 1984, 713-740.
- Feministische Theologie – eine Herausforderung?, Zeitschrift für Katholische Theologie 103 (1981) 289-308;
  400-425.
- Die Herausforderung theologischer Frauenforschung an den Fachbereich
  Katechetik/Religionspädagogik, in Elisabeth Moltmann-Wendel, Weiblichkeit in der Theologie. Verdrängung   und Wiederkehr, Gütersloh 1988, 112-148.
- (Hg.) Die Frau in der Sicht der Anthropologie und Theologie, Düsseldorf 1989.
- Als Frau von Gott erzählen. Feministische Visionen einer neuen Rede von
  Gott, Katechetische Blätter 115 (1990) 101-117.“

Herlinde Pissarek-Hudelist ist am 19.6.1994 im Alter von nur 62 Jahren in Innsbruck gestorben. Ihre fachliche Kompetenz und ihren Humor vermissen wir immer noch schmerzlich.
Ein Jahr nach ihrem Tod wurde an der Universität Innsbruck ein Gedenk-Symposium abgehalten, dazu erschien ein Band mit dem für sie kennzeichnenden Titel „Theologie erden“ (Hg. Günther Bader/Martha Heizer), Thaur bei Innsbruck 1996.

Ein Teil ihrer nachgelassenen Bücher wurden von der Universität Innsbruck der Helen Straumann-Stiftung für Feministische Theologie zur Verfügung gestellt; sie befinden sich bereits im Zentrum Gender Studies der Universität Basel.

Herlinde Pissarek-Hudelist war Mitherausgeberin der ersten Auflage des Wörterbuchs der Feminitischen Theologie (Gütersloh 1991), aus dem obiger Lebenslauf in der Ich-Form entnommen wurde.

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Helen Schüngel-Straumann

Basel

Geboren am 05. Mai 1940 in St. Gallen als erstes von fünf Kindern.
Sie verbrachte ihre Schulzeit wegen des Berufs ihres Vaters (Zollbeamter) in fünf verschiedenen Schweizer Kantonen.
Das Abitur machte sie auf dem zweiten Bildungsweg, indem sie während der Berufstätigkeit in Zürich ein Abendgymnasium besuchte. Ein Studium, vor allem der Theologie, wurde für ein katholisches Mädchen damals als unmöglich betrachtet.
1960 begann sie in Tübingen Theologie zu studieren, dann ein Jahr in Paris am Institut Catholique, schließlich theologisches Diplom in Bonn, wo sie - nach Aufhebung der sog. Weiheklausel - als erste Laie (1969) in katholischer Theologie/Altes Testament promovierte. Danach begann ein schwieriger Weg an verschiedenen Schulen und Hochschulen, der erst 1975 zu einer akademischen Ratsstelle an der Pädagogischen Hochschule Bonn, später an der Universität Köln, führte.
Seit den 70er Jahren beschäftigt sie auch theologisch das Problem der Situation von Frauen in Kirche und Theologie immer stärker; sie gehört zu der Generation von Theologinnen, die bei den verschiedenen Treffen und Gründungen Feministischer Theologie von Anfang an dabei waren.
Nach dutzenden von Bewerbungen und zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wurde sie 1987 auf einen Lehrstuhl für Biblische Theologie an der Gesamthochschule Kassel, Universität des Landes Hessen, berufen.
Seit den 80er Jahren zahlreiche Tagungen und Vorträge zu feministischer Exegese in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Mitglied mehrerer exegetischer Vereinigungen (SBL, IOSOT u.a.), vor allem auch der ESWTR (European Society of Women in Theological Research), 1995-1997 Präsidentin der ESWTR.

Buchbestände: Exegetische Grundlagenliteratur; Wörterbücher, Lexika; Kommentare zu AT und NT ; Feministisch-exegetische Literatur zu AT und NT; Englischsprachige Literatur; Feministische Zeitschriften (auch engl.; franz.); Textausgaben; Geschichte Israels und Kirchengeschichte; Fontes christiani; Alttestamentliche Zeitschriftenreihen (z.B. ZAW, 60 Jahrgänge u.a.)

Eigene Veröffentlichungen in Auswahl:
- Der Dekalog - Gottes Gebote (SBS 67), Stuttgart 1973, 2. Aufl. 1980.
- Gott als Mutter in Hosea 11, Tübinger Theol. Quartalschrift 166 (1986), 119-134.
- mit Theodor Schneider (Hg.), Theologie zwischen Zeiten und Kontinenten: für Elisabeth Gössmann, Freiburg
 1993.
- Die Frau am Anfang - Eva und die Folgen, Freiburg 1989, 3. Aufl. Münster 1999.
- Denn Gott bin ich, und kein Mann. Gottesbilder im Ersten Testament - feministisch betrachtet, Mainz 1996.
- Das Buch Tobit (HBK.AT), Freiburg 2000.
- Anfänge feministischer Exegese. Gesammelte Beiträge mit einem orientierenden Nachwort und einer   Auswahlbibliographie, Münster 2002.
- Mitherausgeberin des Wörterbuchs der Feministischen Theologie, Gütersloh 1991, 2. Aufl. 2002.

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